Connect
To Top

Selbstdisziplin und Achtsamkeitsübungen – kann Feng-Shui da helfen?

Wer kennt das nicht? Es ist wieder Montagmorgen und keine Lust auf die Arbeit. Der Wecker klingelt und eigentlich wäre es jetzt genau in diesem Augenblick schön, noch im Bett zu verweilen.

Ich habe mich oft gefragt, warum es mir anders ergeht. Am Morgen stehe ich auf und nach einer Tasse Kaffee ist mein morgentlicher Gang zu meinem Arbeitsplatz. Der Computer wird eingeschaltet und schon kann der Spaß losgehen. Freunde, Kollegen und Kunden bekommen ihre Rückantwort und meine Telefonanrufe werden erledigt.

Vielleicht ist das so, weil ich viel Selbstdisziplin habe?

Aber das alleine scheint für mich nicht der ausschlaggebende Punkt zu sein. Ich arbeite einfach gerne! Denn ich sehe einen Sinn in meiner Arbeit. Der Antrieb ist für mich so klar, wie die Botschaft meines Lebens. Ob jeder so eine klare Ausrichtung hat oder haben könnte?

Mein Ziel ist es die Menschen zu sich und vor allem zu einem glücklichen Umfeld zu verhelfen.

Das gibt mir ein gutes Gefühl. Anderen zu helfen war und ist mir schon immer eine Freude gewesen. Das hat in meinen Augen sehr viel mit Achtsamkeit zu tun. Dieses Wort wird in unserer heutigen Zeit vermehrt verwendet, aber in meinen Augen viel zu wenig gelebt.

Gerade gestern konnte ich im Radio einen Beitrag über Depressionen hören. Hier sprachen die Moderatoren auch das Zauberwort aus. Achtsamkeit ist unabdingbar, gerade wenn es um Krankheiten geht.

Viele Menschen denken, dass Achtsamkeit mit der Seele in Verbindung steht.

Klar die Seele lebt in unserem Körper, aber genau dieser Körper bewegt und befindet sich in einem Umfeld.

Für mich als Feng-Shui Beraterin ist ganz klar, dass der Raum um mich eine Verbindung mit meinem Seelenleben hat. So kenne ich nicht nur das Gefühl in einen Raum zu gehen und entzückt zu sein. Denn eben auch das Gegenteil kann der Fall sein: Vom ersten Augenblick an herrscht ein Unwohlsein beim Betreten des Zimmers.

Bei Geschäftsräumen macht sich genau dieses Gefühl auch in der Kasse bemerkbar.

Kunden verlassen schneller den Laden. Der Kaufimpuls konnte damit nicht ausgelöst werden.

Egal wo wir uns bewegen, unsere Gefühlswelt ist immer mit dabei. Wir können diese nicht einfach ausschalten. Im Unterbewusstsein laufen automatisierte Mechanismen ab, die nur durch Achtsamkeit für sich und die Umgebung gesteuert werden können.

Außerdem kennen wir bestimmte Mechanismen, die ebenfalls eine Zeiterscheinung sind, wie schnell noch dies oder jenes erledigen. Dabei geht meist mehr kaputt, als uns lieb ist. Sei es im Haushalt oder bei der Arbeit.

Unachtsamkeit scheint leider sehr im Umlauf zu sein.

Schon der Alltag zeigt dies auf: Plastikmüll in der Papiertonne. Abfall wird einfach auf die Straße geschmissen. Es wird viel gekauft, konsumiert und weggeworfen.

Seit meiner Tätigkeit als Feng-Shui Beraterin ist es mir ein großes Anliegen, meine Kunden wieder in die Achtsamkeit zu begleiten. Es fängt dabei schon mit der eigenen Wohnung an. Denn wer hier seine Aufmerksamkeit darauf lenkt, wird schnell erkennen, dass das eigene Lebensmuster sich in den Räumen widerspiegelt.

Meine Tipps für mehr Achtsamkeit in den Wohnräumen:

  • Kaputte und abgewohnte Dinge und Möbel in der Wohnung sollten unbedingt vermieden werden. Das Wohnumfeld sollte mit viel Aufmerksamkeit beachtet werden.
  • Achtsamkeit im Umgang mit den eigenen Gegenständen kann dazu führen, sich selbst wieder liebevolle Zuwendung zu schenken.
  • Unliebsames sollte unbedingt entfernt werden. Das kann ein gemeinsam angeschafftes Möbelstück aus einer geschiedenen Ehe sein, womit immer wieder Erinnerungen zurückkehren. Besser wäre es sich also von dem Sofa zu trennen oder es mit einem neuen Stoffbezug zu versehen. Auf diese Weise kommen nur gute und emotional positive Erlebnisse auf.
  • Genauso ist es mit Kleidungsstücken. Haben Sie schon einmal beobachtet, dass Erinnerungen wach werden, wenn es um ein Kleid geht, was zu besonderen Anlässen getragen wurde. Die Trennung wird so noch einmal schmerzlich in Erinnerung gerufen. Natürlich werden wir genau dieses Kleidungsstück meiden. Das macht alles unser Unterbewusstsein. Vielleicht kann genau dieses Kleid liebevoll weitergegeben werden, da eine andere Person keine Erinnerung damit verbindet.
  • Aufräumen und Entsorgen ist in aller Munde, was nicht direkt etwas mit Feng-Shui zu tun hat. Diese seit Jahrtausenden praktizierte Lehre des qualitativen Wohnens hatte früher nicht das Problem. Erst mit der Industrialisierung werden uns Dinge angeboten, die wir im Grunde nicht brauchen und die auf Dauer belasten. Mein Hinweis dazu ist: Weniger ist meistens besser. Begutachten Sie jeden Raum und fragen sich: Was brauche ich wirklich? Was liebe ich davon noch? Und welchen Sinn hat genau dieser Gegenstand in meinem Leben?

Für mich ist es ganz klar, dass wir durch den Raum wieder mehr zu uns selbst finden.

Vor allem unser Arbeitsplatz sollte dem Feng-Shui entsprechen. Denn so brauchen wir uns nicht täglich zu disziplinieren, um unseren Aufgaben nachzukommen. Der ungeliebte Arbeitsplatz kann sogar zur Wohlfühloase werden. Schenken Sie deshalb diesem Bereich ihres Lebens besondere Achtsamkeit.

Die unerledigten Arbeiten sollten zuerst beseitigt werden. Alles was wir sehen, löst Emotionen aus. Papierstapel symbolisieren uns viel Arbeit, die nicht zu schaffen ist. Eine Schublade und ein wohl organisierter Arbeitstisch werden uns dabei helfen ruhiger zu werden.

Das Motto meines Schreibtisches ist: Das Unangenehme als Erstes.

Damit habe ich den ganzen Tag nur noch Aufgaben zu machen, die mir Freude bereiten. Unangenehm sind für mich die Buchführung und die Steuerunterlagen. Diese habe ich aus der Hand gegeben und an einen Fachmann weitergereicht. Das bedeutet somit, dass ich nicht wirklich viel Unangenehmes auf dem Tisch habe. Vielleicht habe ich einmal einen Strafzettel für falsches Parken erhalten. Doch diese kleinen unangenehmen Dinge erledige ich sofort.

Was macht Ihnen am meisten Spaß und was weniger?

Gehen Sie durch Ihre Aufgaben und vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt sich von außen Hilfe zu holen.

Wie sieht der Schreibtisch aus?

Gibt es Hindernisse, um sich an seinen Arbeitsplatz zu setzen? Diese weisen immer auf Stagnation hin. Der Platz rund um den wichtigsten Teil des Büros, der Schreibtisch, sollte frei von Ecken und Kanten sein. Weisen diese auf die Person am Tisch, können sich Aggressionen und Unwohlsein anhäufen.

Für mich ist ganz klar, nur wer seinen Platz mit Achtsamkeit und Fürsorge eingerichtet hat, wird die Sonnenseite des Lebens sehen. Derjenige wird auch achtsamer mit seinen Kollegen und Freunden umgehen und seinen eigenen Wert im Leben wiederfinden. Zudem wird derjenige liebevoller und menschlicher wirken und sein. Dadurch kann von außen dem Raum, dem Haus, dem Arbeitsplatz so viel erreicht werden.

Ich für mich kann sagen, dass ich eine glückliche Feng-Shui Beraterin bin, denn ich helfe Menschen wieder Achtsamkeit in ihr Leben zu bringen.

Ein Text von Petra Coll Exposito, www.feng-shui.de

More in Lifestyle & Trends